Sinta Werner
ab_bilden
Sep 30 – Nov 30, 2020
Österreichisches Kulturforum, Österreichische Botschaft, Berlin

 

Im Rahmen des EMOP – European Month of Photography Berlin lädt EIKON in Kooperation mit Jan Stradtmann in die Ausstellung ab_bilden im Österreichischen Kulturforum Berlin.

Die Gruppenschau thematisiert die Architektur der Österreichischen Botschaft in Berlin, die vom österreichischen Architekten Hans Hollein (1934 – 2014) in den 1990er Jahren geplant und 2001 eingeweiht wurde. Die beteiligten KünstlerInnen Gregor Eggenberger, Claudia Larcher und Sinta Werner beschreiben in ihren Foto-und Videoarbeiten einen Zustand des Gebäudes und spüren dem von der Postmoderne durchtränkten „Geist“ der 1990er Jahre auf unterschiedliche Weise nach. Alle drei fotografischen Positionen vereint dabei die Dekodierung von Architektur als umbauter Raum. Die Aussage Holleins „Eine echte Architektur unserer Zeit ist […] im Begriffe, sich sowohl als Medium neu zu definieren, als auch den Bereich ihrer Mittel zu erweitern“ wird auf die Fotografie übertragen: Die präsentierten Werke, die zum überwiegenden Teil eigens für die Ausstellung entstanden sind, gehen über ihren bloßen Status eines Abbilds hinaus und beschreiten sowohl medial als auch technisch neue Wege.

Der Präsentationsort der Ausstellung ist Anlass für Sinta Werner, sich näher mit der Funktion von Botschaften zu befassen. Die Diskrepanz der Anforderungen, welche an derartige Bauten gestellt werden – offener Repräsentationsort einerseits, Abschottung nach Außen andererseits – manifestiert sich in Werners großformatiger Schwarz-Weiß-Serie Passages Marginales (2020) durch eine Schleif-Technik, welche die abgebildeten Botschaftsgebäude optisch im Unbestimmten verweilen lassen. Die Serie Dialectic of Frames (seit 2019) hingegen umfasst u.a. eine Innenansicht der Österreichischen Botschaft, deren architektonische Eigenheiten durch diskrete Eingriffe der Künstlerin betont werden.